Erinnerungen eines Fußballspielers des SV Freden von 1919 e.V……

erstellt am: 14.03.2018 | von: Tobias Kiehne | Kategorie(n): Allgemein, Startseite

Als ich mich dem SV Freden anschloss war ich überzeugt,  das der Fußballsport in Freden eine große Zukunft hat. Ich sollte Recht behalten. Die tollen Erfolge und das heute noch bestehende „Wir-Gefühl“ geben Zeugnis davon.
Wenn man heute Bilanz zieht, kann man stolz in die Vergangenheit schauen, sich über das Erreichte freuen und mit großer Hoffnung in die Zukunft blicken.

Seit der Gründung des Vereins  im Jahr 1919 und meines Beitritts  zum SV Freden im Jahre 1965 hat sich viel verändert.

SV-Grande Volker Schulze

Wer die Zukunft gestalten will, der muss die Vergangenheit kennen

                                       und die Gegenwart verstehen. 

…………. Erinnerungen eines Fußballspielers des SV Freden von 1919 e.V.

(Von Volker Schulze)

SV Freden in der Geschichte 2018_( vonVolker Schulze)

Die Geschichten des  SV Freden nach der Beendigung des 2.Weltkrieges und  seine äußerst erfolgreiche Zeit kenne ich nur von Erzählungen unseres damaligen 1. Vorsitzenden Helmut Spangenberg und der unvergessenen Sportskameraden Kolle und  Mennecke.  Die Rot – Weißen, wie die Fredener genannt wurden,  spielten von 1947 bis 1950  in der Landesliga (immerhin der zweithöchsten deutschen Spielklasse) u.a. gegen Lüneburg und Celle. Die Heimspiele waren in dieser Zeit mehr als gut besucht (1000 bis 2000 Zuschauer waren keine Seltenheit) und wurden auf dem heutigen B-Platz ausgetragen. Siegprämien gab es nicht.
Obwohl ich in der Schule schon regelmäßig Fußball spielte waren meine Eltern erst dagegen, als ich neben dem Handballsport   bei der TG Freden nun auch Fußball im Verein des SV Freden spielen wollte. Erst im Frühjahr 1965 gaben sie ihren Widerstand  auf und ich durfte dem SV Freden beitreten, wo mein Bruder schon  längere Zeit aktiv spielte. Nach dem großartigen Erfolg der  1. Jugendmannschaft  1966 mit der Erringung der Bezirksmeisterschaft in Peine durfte ich in Limmer im Endspiel um den Schwarzepokal erstmalig in  der 1. Jugendmannschaft spielen. Wir gewannen das Endspiel mit 4:2 und ich schoss sogar ein Tor.
Wie in allen Lebensbereichen trägt der Sport immer die Züge seiner Zeit. So verwundert es nicht, wenn die Probleme heute noch vielfältiger und andere geworden sind, als dies in der Gründerzeit und den Jahren danach der Fall war.
Der Sport ist zu einer Volksbewegung geworden. Ihm sind neue  Aufgaben  zu gewachsen um die Gefahren zu bannen, die sich aus der ständig steigenden Mechanisierung unseres Lebens ergeben. Der SV Freden von 1919 e.V. hat sich den neuen Herausforderungen stets mit großer Aufgeschlossenheit und Engagement gewidmet.
Zu meiner aktiven Zeit im erweiterten, bzw. im Vorstand gab es weder Internet, noch Handy, geschweige denn Whatsupp..
Als es aber galt die Weichen für die Zukunft und der Weiterentwicklung des Vereins zu stellen, haben die Verantwortlichen des Vereins  die Initiative ergriffen und mit Mut und  Selbstvertrauen neue Wege  beschritten..
Der Verein stand lange sportlich an der Spitze des Altkreises Alfeld  und hat als „Dorfverein“ sich in der Bezirksklasse und Bezirksliga  lange gegen Vereine aus Hildesheim und Hannover behaupten können. Auch das Gemeinschaftsgefühl wurde gefördert und gestärkt. So wurde 1973 bereits die 1. Rot-Weiße-Ballnacht ausgerichtet. Ab 1974  erfolgten Freundschaftsspiele  mit französischen Sportlern aus Boulogne s/M. Das Engagement des SV Freden für ein geeintes Deutschland  ist als besonders vorbildlich zu betrachten. Bereits 1989 nach dem Mauerfall, hat der SV als einer der ersten Vereine der damaligen Bundesrepublik – noch vor der Wiedervereinigung- Kontakt zum BSG Traktor Zscherben bei Halle aufgenommen und am 16. Juni 1990 in Freden ein Fußballwochenende unter dem Motto:“ Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört – gemeinsam in eine bessere Zukunft“ organisiert.

Bei der Bahn wurde ich 1989 zum Projektleiter eines der größten Projekte des Elektrotechnischen Fachdienstes ernannt.. Ich legte 1990, aufgrund meines beruflichen Auftrags  und dem damit verbundenen 2. Arbeitsplatz in Frankfurt,  mein Amt als 1.Vors. des SV Freden nieder. Ich habe aber nie vergessen, den Kontakt zum SV Freden zu halten, dem ich nicht nur viele schöne und erfolgreiche Fußballjahre verdanke, sondern bei dem ich auch meine heutige Frau kennen gelernt habe.
„Elf Freund müsst ihr sein!“.  Mancher Zeitgenosse wird glauben, dass dieser antiquierte Spruch nicht mehr in die heutige so schnelllebige Zeit passen wird. Und doch, es gibt sie noch, – Elf Fußballer, die Jahrzehnte, lange gemeinsam ihre Freizeit auf dem grünen Rasen verbracht haben und viele Erfolge, aber auch bittere Niederlagen gemeinsam erlebt haben, halten nach ihrer aktiven Zeit bis heute noch immer engen Kontakt zueinander.  Radeltouren, Knobelmeisterschaften und Geburtstagsfeiern stehen jedes Jahr auf dem Programm der verschworenen Oldies des SV Freden.
Schon bei den Knaben, später in der Jugend, dann in den Herrenmannschaften und zuletzt in der Alten Herren und Ü-50-Truppe spielte man zusammen Fußball. Ich möchte die Erfolge und Niederlagen hier nicht besonders aufzählen. Aber ein Ereignis möchte ich doch besonders erwähnen, weil diese Ereignis  für mich etwas Besonderes und Einmaliges in der Geschichte des SV Freden war. 1975, vor genau 43 Jahren konnten wir – damals noch etwas jünger aussehend – den Kreispokal  zum ersten und einzigen Mal nach Freden holen. Pokalspiele sind für mich immer etwas Besonderes und Unberechenbares, weil man sich, anders als in der Meisterschaft, keinen Ausrutscher erlauben kann. Verliert man ist man aus dem Wettbewerb ausgeschieden.

In der heutigen Zeit ist das Engagement des Vereins im sportlichen, wie kulturellem Bereich besonders zu würdigen.
Wo gibt es heute noch, neben dem sportlichen Engagement mit hervorragenden Leistungen,  so ein Zusammengehörigkeitsgefühl  und kulturelles Angebot, wie die Rot-Weiße-Ballnacht, die Oldienight, Jugendfreizeiten und einen Weihnachtsmarkt der Fußballer, neben dem Spielbetrieb im Altkreis? Den Nutzen der Aktivitäten und sportlichen Leistungen des SV Freden hat unsere gesamte Gemeinde, denn die Lebensqualität innerhalb der örtlichen Gemeinschaft wird so wesentlich verbessert.

2017 konnte die 1. Mannschaft des SV Freden souverän die Meisterschaft der 1. Kreisklasse erkämpfen und damit den Aufstieg   in der Kreisliga Hildesheim erreichen.  Neben der guten Arbeit in der Jugend- Damenabteilung in den zurückliegenden Jahren, eine hervorragende Leistung  und eine tolle Einstimmung  für die Feier zum 100. Geburtstag des SV Freden, der in der Zeit vom  22.bis. 24.06.2019
mit einem Zeltfest begangen werden soll.